»In den Gesichtern unserer Gäste sehe ich immer einen Wow-Effekt«


 

Für Alexander gilt: Jede Stadt braucht ihre Highlights – und jedes Hotel, das nicht weit davon entfernt ist, profitiert von ihnen. Uns hat der Verkaufsleiter des ATLANTIC Grand Hotel erzählt, wie er seinen Arbeitsalltag in der Böttcherstraße erlebt.

Text: Henry Ponty, Fotos: Leon Buchholz

Als ich mit ihm inmitten der Bremer Böttcherstraße stehe, ist es für Alexander wie eine Reise zurück in Kindertage. »Ich war ungefähr sechs Jahre alt, als in meinem Elternhaus eine Frau zu Untermiete wohnte. Sie arbeitete in den Museen Böttcherstraße und nahm mich eines Tages mit in eine Ausstellung. Meine erste Begegnung mit der schönsten Straße Bremens.«

Heute ist Alexander 43 Jahre alt und Verkaufsleiter des ATLANTIC Grand Hotel Bremen. Nach beruflichen Stationen in Hamburg und Düsseldorf entschied sich der gebürtige Bremer am Ende doch wieder für seine Heimatstadt. Jeder Arbeitstag startet für ihn genau hier, in Bremens bekanntester Straße. »Um meinen siebenminütigen Arbeitsweg mit dem Fahrrad beneiden mich viele Kolleg*innen und Freund*innen aus anderen Städten. Täglich radele ich aus dem Stadtteil Schwachhausen durch die grünen Wallanlagen, gehe über den Markplatz und zack bin in der Böttcherstraße«, schwärmt der gelernte Hotelfachmann von den kurzen Wegen Bremens. 

Über rote Teppiche und durch einen historischen, nostalgischen Eingang führt er mich direkt in das Hotel, in dem er seit 2016 arbeitet. Seit 2012 betreibt das ATLANTIC Grand Hotel die Räumlichkeiten im Haus St. Petrus, zu dem auch der Goldene Saal gehört,  Bremens ehemaliges Casino. Als Verkaufsleiter gehört Alexander zu den Gesichtern des Hotels nach außen. Zu seinen Aufgaben gehört es, Menschen für das Hotel zu begeistern und Gäste während ihres Aufenthaltes mehr als nur zufriedenzustellen.

»Ich bin unglaublich froh, dass die Böttcherstraße mit ihrem norddeutschen Hansestadt-Flair heute noch existiert. Bei Hotelführungen beobachte ich häufig den Wow-Effekt in den Gesichtern unserer Gäste und einen weiteren Haken auf ihrer Bremen-Bucket-List. Das haben wir vor allem der Sparkasse Bremen zu verdanken.« 

Im Gespräch merke ich schnell, wie viele Aspekte es für Alexander so einzigartig machen, den eigenen Arbeitsplatz in Bremens bekanntester Straße zu haben. Immer wieder aufs Neue fasziniert ihn beispielsweise das Glockenspiel mit seinen wiederkehrenden Melodien. Er öffnet ein kleines Fenster, von dem aus wir den perfekten Blick auf das Spektakel haben. 


Geheimtipp: Böttcherstraße frühmorgens

Dabei frage ich ihn nach seinem Geheimtipp für einen Besuch in der Böttcherstraße. »Früh am Morgen kann man hier dem Trubel der Tourist*innen entfliehen. Mit Glück vermischen sich Sonnenaufgang und Nebel, der von der Weser herüberzieht – ein magischer Moment«, berichtet er, während die 30 Meißner Porzellan-Glocken langsam, aber sicher zur Ruhe kommen. 

Privat verschlägt es ihn nur selten hierher – aber immer, wenn er Besuch von außerhalb empfängt. Doch das soll sich in diesem Jahr ändern: Neben der ATLANTIC Bar, gibt es in der Böttcherstraße weitere Bars, deren außergewöhnliche Drinks er unbedingt ausprobieren möchte.

Für Alexander ist es seit Jahren ein Ritual, das Wochenende mit seiner Familie und einem Spaziergang in die Bremer Innenstadt einzuläuten. Dabei geht er zwangsläufig häufig an großen Sehenswürdigkeiten vorbei. Ob er schon alles über Rathaus, Dom, Stadtmusikanten, Roland oder Schnorr weiß – da ist er sich dennoch nicht sicher.  »Ich würde behaupten, dass ich eine Menge über Bremen und die Sehenswürdigkeiten hier auf dem Kasten habe. Aber auch ich würde bei einer Fahrt mit dem Stadtmusikanten-Express bestimmt viel Neues erfahren«, gesteht er sich ein.

»Was wäre Paris ohne Eiffelturm und Champs-Élysées? «

Verreist Alexander einmal selber, gehört es auch für ihn zum Programm, die Highlights einer Stadt zu erkunden. »Was wäre eine Reise nach Paris, ohne vor dem imposanten Eiffelturm und auf der wunderschönen Champs-Élysée gestanden zu haben?«, fragt er mich rhetorisch. »Am meisten beeindruckt mich die Freiheitsstatue in New York. Mein Traum ist es, einmal in das Waldorf-Astoria New York einzuchecken«. Auch wirtschaftlich seien Sehenswürdigkeiten für Städte von großer Bedeutung. Diese Behauptung ließe sich mit einem Blick auf die Stadt Dubai belegen. In den 1990er-Jahren reiste er selber in die Große Arabische Wüste und fand dort nicht mehr als eine Kleinstadt vor. Wofür Dubai heute steht ist bekannt.  »Und natürlich profitieren auch Hotels von einer unmittelbaren Nachbarschaft zu Touristen-Highlights.«

Heute kann sich Alexander nicht mehr vorstellen, an einem gewöhnlichen Ort zu arbeiten. Dafür seien ihm das ATLANTIC Grand Hotel Bremen und die anliegende Böttcherstraße zu sehr ans Herz gewachsen. Diese Faszination habe inzwischen auch seinen 11-jähriger Sohn erreicht: »Er hat in der Schule bereits ein Referat über die Böttcherstraße gehalten und trägt meine Begeisterung in die nächste Generation.«